Stiftung Freiräume


Ein Haus in Selbstverwaltung
Die Vorderseite der Brunnenstraße 183 Die BRUNNEN 183..ein creativer Freiraum in Gefahr

Viele nichtkommerzielle, linke (Wohn-) Projekte haben in den letzten Jahren schon dran glauben müssen.Sie haben einer auschliesslich nach Geld und Prestige strebenden Stadtumstrukrienrung Platz machen müssen, sind Immobilienspekulanten zum Opfer gefallen oder wurden durch Illegalisierung ausgelotet…... Auch in Mitte sind mehrere Projekte betroffen, die Linie206, der Schokoladen und ganz akut die Brunnen183.

Die Nachbarschaft hat sich in den letzten Jahren zunehmend verändert hat, der Kiez um den Rosenthaler Platz wird immer mehr zum Vergnügungspark für Yuppies. Diejenigen die nicht mithalten wollen oder können, beim stylischen Getue der ewig Jungen und Schönen, sind schon lange größtenteils aus der Gegend gewichen, nun sollen auch wir den Weg frei machen für einen geldgierigen bayrischen Investor.

Wir, also die Brunnen183, das heißt, ein seit 16 Jahren existierendes politisches Kunst-, Sozial- und Wohnprojekt, das zu Hause von 35 Menschen aus 16 verschiedenen Ländern der Erde im Alter von 17 bis 81 Jahren. Seit 7 Jahren befindet sich hier der Umsonstladen und drüber hinaus ist das Haus Sitz des “Informationsladens 3.Welt e.V.” sowie des Kunstfördervereins “open heads e.V.”.

Die Brunnen183 ist eines der wenigen berliner Projekte mit künstlerischem Schwerpunkt, das nie versucht hat und auch nicht daran interessiert ist, sich zu kommerzialisieren. Ein Ort, an dem Kunst immer noch den Anspruch hat, eine politische Ausdrucksform zu sein. In dem Kunst als geistiger Freiraum empfunden wird, welcher es möglich macht, von der gesellschaftlich-kapitalistischen Norm abweichende Bedürfnisse und Ideen auszudrücken und mitzuteilen.

Darüberhinaus bemüht sich die Brunnen183 ein Raum zu sein, in dem mensch frei von (hetero-)sexistischen, rassistisch-faschistischen, verwertungsideologischen, fremdkontrollierten, und normiertien Zwängen leben, arbeiten, sich entfalten kann. Auch Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft und der damit verbundenen Marginalisierung sonst in der Gesellschaft schwer Anschluss finden leben und partizipieren hier .

Wir sind offen für neue Menschen und Ideen und hoffen auf viel Unterstützung auf den verschiedensten Ebenen!

Wir lassen uns nicht vertreiben!!

Die Häuser denen die drin leben!

Freiräume schaffen und verteidigen!

BERLIN BLEIBT BUNT!!

Warum sollen wir gehen?...die Geschichte des Hauses:

Wie viele andere Häuser stand die Brunnen183 nach dem Mauerfall leer, und wurde wie viele andere Häuser besetzet von Menschen, die einfach nicht einsehen wollten, dass so viel Wohnraum ungenutzt bleibt während sie selbst keine ausreichende Wohnmöglichkeit hatten.

Nach kurzer Zeit stellte sich eine Erbengemeinschaft als Besitzerin des Hauses heraus. Mit dieser wurden Abkommen getroffen, die BewohnerInnen fingen an Miete zu bezahlen. Das Haus wurde von den BewohnerInnen lange Jahre selbst verwaltet und in Stand gehalten.

Im Jahr 2003 wurde das Haus an eine Imobilienfirma verkauft, welche weiterhin Mieten entgegennahm, die Bewohner jedoch zum Auszug bewegen wollte. Lange wurde verhandelt, es gab einen Runden Tisch unter Beteiligung von Bezirkspolitikern, dieser blieb jedoch ergebnislos. Als die Immobilienfirma dann pleite ging, sollte das Haus versteigert werden, die BewohnerInnen erstellten einen Finanzierungsplan, hatten die Summe für die Anzahlung bereit.

Einen Tag vor der angesetzten Versteigerung jedoch wurde das Haus von einem gewissen Dr. Kronawitter aus Passau verkauft.

Da keine/r der BewohnerInen einen schriftlichen Mietvertrag vorzuweisen hatte, versuchte der neue Besitzer zunächst räumen zu lassen, die Polizei lehnte aber ab, da keine richterliche Weisung vorlag. Daraufhin überzog Kronawitter die BewohnerInnen mit Räumungsklagen und schikanösen Anzeigen wegen allerlei Nichtigkeiten. Ausserdem versuchte er uns den Spaß an unserem Leben im Haus zu verderben in dem er uns immer wieder “besuchte”, in unsere Räume eindrang, unsere Türschlösser rausreißen lies und im August 2007 eine polizeiliche “Personalienfeststelung” veranlasste, bei der 600 Polizisten das Haus stürmten, alles abfilmten, teilweise durchsuchten und die grösstenteils ohnehin schon bekannten Personalien der 31 anwesenden BewohnerInnen und Gäste aufnahmen.

Nachdem diese Aktion die von ihm gewünschte Räumung auch nicht begründete wurde Kronaitter klar , dass er mit solchen Mitteln nicht weiterkommt, woraufhin durch Mithilfe der Bezirkspolitik, an einem runden Tisch folgender Kompromiss erarbeitet werden konnte:

"Kronawitter kauft ein gleichwertiges Grundstück vom Berzirk und verkauft uns BewohnerInnen die Brunnen183 zum Selbstkostenpreis."

Nach langem Suchen fand sich endlich ein geeignetes Grundstück in der Ackerstrasse 29, dieses gehört jedoch nicht dem Bezirk sondern dem Senat und dieser ist nicht an einer politischen Lösung des Problems interessiert, sondern möchte meistbietend an die Modefirma Joop und eine Architektengruppe zu verkaufen. Und dies obwohl- wenn der entsprechende Teil des Grundstücks an Kronawitter ginge und dieser dort das von ihm geplante generationsübergreifende Wohnprojekt bauen könnte- auf dem Restgrund der "Zentralverband deutscher Chöre" eine Art Kulturzentrum mit Proberäumen für Chöre bauen möchte.

Aber Jette Joop hat scheinbar den besseren Draht zu Wowereit und besteht bisher darauf, sich gegen den Wunsch des Bezirks auf dem Grundstück ihren zentralen Firmensitz einzurichten

Laut neustem BVV-Beschluss soll das Grundstück bevorzugt mit Wohnraum bebaut werden Arhitektenbüros werde ausdrücklich abgelehnt, der Firma Joop wurde inzwischen ein anderes Grundstück angeboten, so dass es nun gilt der Forderung nach einer Vergabe des Grundstücks in der Ackerstr.29 an Kronawitter und damit dem langfristigen Erhalt des Hausprojekts Brunnen183 und des Umsonstladens, in vielfältiger Weise nachdruck zu verleihen.

Den BewohnerInnen der Brunnen183 entstehen leider in der Zwischenzeit kaum zu deckende Kosten durch die laufenden Räumungsklagen.

Ausserdem macht die extrem unsichere Situation das Leben im Haus nicht gerade einfacher. Auch ist inzwischen ein Grossteil der Prozesse verloren, so dass die Zeit drängt, es muss schnell gehandelt werden.

Wir fordern den Senat auf, Rücksicht auf die Bedürfnisse der BewohnerInnen und NutzerInnen der Brunnen 183 zu nehmen und dazu beizutragen, einen der letzten bunten Flecken der Gegend zu erhalten!!!!!

Was geht konkret im haus?

Proberaum, Aufnahmestudio, Atelier,Galerie, Gästeraum für durchreisende KünstlerInnen:

Im Projekt lebende, befreundete und durchreisende MusikerInnen und bildende KünstlerInenn aus den verschiedensten Bereichen machen zusammen Musik, nehmen auf und gestalten in verschiedenster Weise, haben die Möglichkeit sich auszutauschen und genreübergreifend zu kooperieren, weitestgehend ohne (finanziellen) Erfolgsdruck zu arbeiten. In der hauseigenen Galerie stellen die im Projekt lebenden KünstlerInnen ihre Arbeiten aus.

BALLAST DER REPUBLIK:

Der Veranstaltungsraum des Hauses, in dem Konzerte verschiedenster Musikrichtungen -Punkrock, hardcore, hiphop, indy, jazz, electro, noise …-stattfinden. Der Raum bietet ein Forum für nichtkommerzielle, subkulturelle Kunst, eine Auftrittsmöglichkeit für Bands des Hauses und für KüstlerInnen von außerhalb. Ausserdem finden Infoveranstaltungen statt. Es gibt unter der Woche täglich Vokü und einmal wöchentlich ein Videokino.

UMSONSTLADEN:

Ein selbstorganisiertes, antikapitalistisches Projekt, welches sich der herrschenden Ordnung von Geld und Konsum widersetzen will.

Praktisch sieht das so aus:

-Gut erhaltenen nicht mehr benötigte Dinge aller Art können im Umsonstladen abgegeben werden.

-Jede/r BesucherIn kann unabhängig vom Bringen

3 Teil pro Besuch mitnehmen(nicht zum Weiterverkauf).

Das Umsontladenkollektiv sucht aktuell noch Unterstützung.

Momentan ist der Umsonstladen

Mittwochs ,Donnerstags und Freitags

Von 15-18 h geöffnet

Kontakte:

Haus: brunnen183@yahoo.de

www.brunnen183.de

Ballast der Republik:

myspace.com/ballast_der_republik

Umsonstladen: 0176-25698582

www.Umsonstladen.de